Das Pinzgauer Rind findet seinen Ursprung in verschiedenen Schlägen der Tauerntäler Salzburgs und Tirols. Die Pinzgauer
Züchter im Stammzuchtgebiet haben sich zur ARGE Pinzgauer Rinderzüchter zusammengeschlossen. Zur ARGE gehören
die Züchter in Salzburg, Tirol, Kärnten, Steiermark, Südtirol und Bayern.

Das Pinzgauer Rind wird im Stammzuchtgebiet vor allem als Zweinutzungsrasse gezüchtet. Künftig soll aber die Bedeutung
des Pinzgauer Rindes als Fleischrind in Mutterkuhbetrieben verstärkt beachtet werden. Ergebnisse einer wissenschaftlichen
Arbeit der TU München unter der Leitung von Prof. Franz Pirchner bezeugen dem Pinzgauer Rind eine hervorragende Fleisch-
qualität.

Ein Versuch bzgl. der Grundfutterverzehrsleistung durchgeführt von Dr. Leonhard Gruber (BAL Gumpenstein) zeigte, dass
Pinzgauer Rinder äußerst hohe Verzehrsleistungen brachten. Zur Nutzung unseres Grünlandes bietet diese Eigenschaft
einen großen Vorteil. Ebenso ist ein hoher Grundfutterverzehr in Biobetrieben erwünscht, da die Richtlinien den Kraftfutter-
einsatz begrenzen.

Zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie erlebte die Rasse ihre Hochblüte. Aus dieser Zeit finden wir auch heute
noch Zuchtgebiete in der Slowakei, Rumänien. Weitere Exporte folgten im Laufe der Zeit in alle Erdteile.







 
 

Bertie van Zyl

Um die Jahrhundertwende gelangten die ersten Pinzgauer Rinder nach Südafrika. Seit dieser
Zeit wird die Rasse dort zur Fleischerzeugung eingesetzt. Der Bestand reinrassiger Pinzgauer Rinder in Südafrika liegt derzeit bei ca. 4.500 Stück. Bertie van Zyl, der Präsident der Internatio-nal Pinzgauer Cattle Breeders Association, gilt als bedeutenster Züchter. Auf seiner Farm gra-sen ca. 3.000 Pinzgauer. Pinzgauer Rinder konnten sich auf bedeutenden Austellungen in Pretoria bereits mehrmals als Champion unter den ausgestellten Fleischrassen beweisen.
Durch die strenge Selektion auf Fleisch über ein Jahrhundert präsentiert sich die südafrikani-sche Population als typisches Fleischrind.

Im angrenzenden Namibia und auch in Simbabwe finden sich ebenfalls Pinzgauer Rinder auf einzelnen Farmen, welche meist mit den Südafrikanern zusammenarbeiten. Restbestände aus Exporten der 70er und 80er Jahre nach Ägypten, Libyen und Algerien sind noch vorhanden, wobei zur Zeit kaum Kontakte bestehen.





 


Kanada:
In Kanada existiert eine Pinzgauer Rinder Population von ca. 7.000 Stück. Kanadische Farmer arbeiten konsequent in der
Zucht auf Hornlosigkeit. Samenimporte aus Österreich von der genetisch hornlosen "Haller Linie" legten den Grundstein
dafür. Im Jahr 2003 findet der internationale Pinzgauer Rinderzüchterkongress anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des
ersten Importes von Pinzgauer Rindern und des 25-jährigen Jubiläums der Canadian Pinzgauer Association statt.

Vereinigte Staaten:
In den Vereinigten Staaten nimmt die Zahl der Pinzgauer Züchter zu, sodass der derzeitige Bestand auf ca. 25.000 Pinz-
gauer Rinder geschätzt wird. Die besondere Fleischqualität spielt dabei eine gewisse Rolle. Die APA (American Pinzgauer
Ass.) mit ca. 600 Mitgliedern betreibt eine aktive Mitgliederwerbung und beteiligt sich auch ständig auf verschiedenen
Shows.

Brasilien:
Zwei bekannte Farmer betreiben in Brasilien eine Pinzgauer Zucht mit insgesamt ca. 500 Pinzgauer Rinder. Sie versuchen
den Zuchtfortschritt besonders über den Embryotransfer zu verbessern.

Einzelne Farmer finden sich auch in Bolivien, Ecuador und Kolumbien.



 
In den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat das Pinzgauer Rind durch Importe aus Kanada und Österreich den Weg nach Australien gefunden. Von 38 Farmern werden derzeit insgesamt 1.000 Stück Pinzgauer gehalten. Den größten Erfolg erzielten die
Australier auf der Royal Easter Show 2000 in Sydney, wo die Pinzgauer Kollektion unter 18 verschiedenen Fleischrinder- rassen als Champion hervorging.



 


Slowakei:
Die Tatra beherbergt das Zuchtgebiet für das Pinzgauer Rind in der Slowakei. Rund 35.000 Pinzgauer werden in der Slowak-
ei vorwiegend als Zweinutzungsrinder für Milch und Fleisch gehalten. Österreich und die Slowakei arbeiten derzeit an einem
Projekt für eine gemeinsame Zuchtwertschätzung, da in beiden Ländern die Zuchtziele ähnlich sind.
Die Population in der Slowakei hat sich in den letzten Jahren durch konsequente Zuchtarbeit aber auch durch ein verbesser-
tes Management sehr gut entwickelt.

Polen:
In Polen finden sich vereinzelt Pinzgauer Rinder. Einige Samenimporte wurden aber meist für Kreuzungen verwendet.

Rumänien:
In Rumänien wird das Pinzgauer Rind von den Zuchtverbänden ebenfalls als selbständige Rasse geführt. Aus Zeiten der
Monarchie waren immer noch Restbestände in Rumänien vorhanden. Das Verbreitungsgebiet ist die Gebirgsgegend im
Nordwesten der Moldau, in den Westkarpaten und im Südwesten Siebenbürgens. Der Gesamtbestand liegt bei ca. 35.000
Häuptern. In den letzten Jahrzehnten wird die Pinzgauer Rasse vor allem durch Importe aus Österreich gestärkt.
 
Deutschland:
In Deutschland werden Pinzgauer Rinder zur Milcherzeugung in Bayern (Rinderzuchtverband Traunstein) gehalten. Darüber hinaus finden sich aber über das gesamte Bundesgebiet hinaus Pinzgauer Herden zur Fleischerzeugung.
 
Italien
Die Pinzgauer Kühe im  Südtiroler Rinderzuchtverband weisen eine hervorragende Milchleistung au. Dies ist auch auf einen höheren Einkreuzungsgrad mit Red Holstein zurückzuführen. Seit 2003 läuft aber ein Zuchtprogramm, welches auf Reinrassigkeit aufgebaut ist.