Fleischleistungsprüfung
an der
Landwirtschaftlichen Bundesversuchswirtschaften GmbH
mit besonderer Berücksichtigung der Pinzgauer Rasse (J. J. FRICKH) |
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Die Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH (BVW-GmbH) wurde 1997 vom Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft aus den Bundesversuchswirtschaften Fuchsenbigl, Königshof und Wieselburg gegründet und mit der Bewirtschaftung und Verwaltung der eigenen Liegenschaften und der Durchführung und Auswertung von Versuchen im landwirtschaftlichen Bereich beauftragt. Eine der Hauptaufgaben der BVW-GmbH an der Betriebsstätte Königshof ist die angewandte Fleischqualitätsforschung. In breit angelegten Forschungsprojekten, unterstützt sowohl von heimischen Institutionen wie den Rinderzuchtverbänden, den Landwirtschaftskammern, der Agrar Markt Austria (AMA), den Universitäten für Bodenkultur und Veterinärmedizin, den Bundesanstalten für Alpenländische Landwirtschaft und Milchwirtschaft, als auch von fremden Einrichtungen wie der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach und der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht in Grub, ist es gelungen, eine ganze Reihe von Forschungsprojekten zu installieren, deren gemeinsame Aufgabe es ist, Erkenntnisse zu liefern, die es vermögen, die europäische Landwirtschaft zu fördern. Eines dieser Projekte befasste sich mit der Fleischqualität der Rasse Pinzgauer. Es trägt den Titel Adaptierung von Untersuchungsmethoden für die routinemäßige Prüfung auf Fleischqualität im Rahmen einer stationären Nachkommenschaftsleistungsprüfung. Pinzgauer Stiere wurden in zwei unterschiedlichen Haltungssystemen (Anbindehaltung, Koppelhaltung) mit Maissilage zur freien Aufnahme und 3 kg Ergänzungskraftfutter pro Tier und Tag gemästet und zu zwei Terminen (580 kg, 630 kg) geschlachtet. Der Rückenmuskel und das weiße Scherzel wurden von der rechten Schlachtkörperhälfte entnommen und unter standardisierten Verhältnissen auf Fleischqualität geprüft. Sowohl die Mast- und Schlachtleistungsprüfung als auch die Prüfung auf Fleischqualität brachten bemerkenswerte Ergebnisse. Mastleistung Wie aus der folgenden Tabelle 1 hervorgeht, hatten sowohl das Mastendgewicht als auch die Haltungsform einen bedeutenden Einfluss auf die Mast- und Schlachtleistung. Pinzgauerstiere, die mit 580 kg Lebendmasse geschlachtet wurden, erreichten eine durchschnittliche Tageszunahme von 1253 g, Pinzgauerstiere, die mit 630 kg geschlachtet wurden konnten ihre Leistung noch auf 1320 g steigern. Um dasselbe Mastendgewicht zu erreichen, benötigten Stiere aus der Koppelhaltung mit einer Tageszunahme von 1355 g um 41 Tage weniger als Stiere, die in Anbindehaltung standen und 1218 g Tageszunahmen erreichten. Die Pinzgauergruppe, die in Koppelhaltung auf 630 kg gemästet wurde, erreichte im Durchschnitt 1394 g Tageszunahme. Schlachtleistung Die Ausschlachtung lag bei 57,7 %. Die Handelsklassifizierung brachte für die Koppelstiere eine Bewertung von durchschnittlich R. Voraussetzung für eine sachgemäße Prüfung auf Fleischqualität ist die ausreichende Reifung des Fleisches. Für alle betroffenen Qualitätskriterien wurde das Fleisch daher 14 Tage im Vakuum gereift. Fleischqualität Wie aus dem dritten Abschnitt der Tabelle 1 hervorgeht (Fleischqualität), weist die Rasse Pinzgauer eine außergewöhnliche Fleischqualität auf (vergleiche mit Tabelle 2). Für den End-pH-Wert sind Werte von 5,4 bis 5,8, für die Farbhelligkeit von 34 bis 40, für den Rotton von ³ 10, für den Tropfsaftverlust von 3,0 % bis 4,5 %, für den Grillverlust von £ 22 %, für die Scherkraft von < 3,8 kg, für den Fettgehalt bzw. die Marmorierung von 2,5 % bis 4,5 % bzw. 3 bis 4 Punkte erforderlich. Für die sensorischen Merkmale Saftigkeit, Zartheit und Geschmack müssen jeweils mehr als 3 Punkte, bzw. mindestens 12 Gesamtpunkte erreicht werden um die Kriterien für die Bezeichnung Qualitätsrindfleisch zu erfüllen. |
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Tabelle
1: Merkmale
der Mastleitung, Schlachtleistung und Fleischqualität, LS-Mittelwerte
und Residualstandardabweichung (se)
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